Zum Thema Blaulicht
Diese Lampe ist hervorragend geeignet, Briefmarken auf fluoreszierende Merkmale zu untersuchen.
Auch Geldscheine, denen zur Erkennung fluoreszierende Partikel beigemischt wurden, lassen erkennen, ob diese Partikel vorhanden sind, nicht jedoch, ob die Scheine echt sind.
Die Lampe lässt sich teilweise bei Restaurierung von Bildern und auch bei der Neubemalung der "Käthe Kruse Puppen" einsetzen.
Zum Erkennen von Rissen im Porzellan ist sie leider vollkommen ungeeignet, um nicht zu sagen: es ist unsinnig. Wie schon von den Geldscheinen bekannt, können fluoreszierende Partikel in diesem kurzwelligen Licht gesehen werden und was ist schon bei einem Riss in einem Porzellankopf, außer dem Schmutz.
Wenn ich aber den Riss, dank dem Schmutz, erkennen kann, wozu brauche ich dann noch die Lampe.
Eine andere Überlegung ist jedoch, dass manche Porzellanarten, also das Kaolin, fluoreszierende Stoffe enthalten können. Sehr deutlich kann man es bei etlichen Köpfen an der Kopfkrone erkennen, also an den Stellen, wo sich keine Farbe befindet. Machen wir nun einen, mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbaren Kratzer, auf der bemalten Porzellanseite, wird man unter dem kurzwelligen Licht einen Riss erkennen.
Dies ist natürlich kein Riss, sondern die abgekratzte Farbe von dem Porzellan, also die unbemalte Oberfläche, wie sie auch auf der Krone zu finden ist. Es ist somit nichts Anderes zu sehen, als die freigelegten fluoreszierenden Stoffe, die sich in dem unbemalten Porzellan befinden.
Wenn ein Riss in dieser Art schon älter ist und eventuell auch noch, was nicht selten ist, einen Hauch in der Höhe versetzt ist, wird durch
  das Anfassen und auch Putzen ein leichter Abrieb an der erhabenen Bruchkante entstehen. Hier wird wieder nur die Farbe abgerieben und somit der fluoreszierende Untergrund freigelegt. Würde man diesen Riss nahtlos zusammenfügen, dann wäre er nicht mehr, auch bei Durchleuchtung, sichtbar. Doch halt, hier stimmt etwas nicht: Der Riss ist nicht mehr sichtbar, aber durch die abgeriebene Porzellankante bleibt eine feine fluoreszierende Linie sichtbar. Da es nun genügend Risse ohne Abrieb und Ausplatzer gibt, hat man nun gelernt, dass die sogenannte Blaulichtlampe zum Erkennen von Rissen ungeeignet ist, um nicht gar zu sagen, es ist Blödsinn. An den Köpfen befinden sich sehr oft feine Beschädigungen in der Farboberfläche, die mit dem bloßen Auge nicht zu sehen sind und deshalb auch nicht stören, aber ohne Weiteres mit der Blaulichtlampe ausgeleuchtet werden können. Das Gleiche kann man aber auch sehen, wenn man die Köpfe mit Waschpulver reinigt. Waschpulver enthält genau diese fluoreszierenden Stoffe, die "Risse" dann sichtbar machen, wenn das Pulver meinetwegen in den Augen- oder Nasenwinkeln hängen geblieben ist.
Mein Rat:
Risse sind immer dann gut zu sehen, wenn man das Porzellan fettfrei sauber macht, es mit einer punktförmigen Lampe durchleuchtet und auch an der Oberfläche reflektierend betrachtet. Eine punktförmige und nicht zu helle Lampe ist nötig, da nur dieses Licht Schatten erkennen lässt. Erfahrungsgemäß sind alle "heilen Köpfe", die nach diesem Schema untersucht werden, bis zu 80% beschädigt.